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Gedicht Nachdenkliches Ein Todesfall

Ein Todesfall

Eingereicht von Anne G. aus N.

Ein alter Mensch ist von uns gegangen
und all sein Denken und Verlangen
ist fort.
Sein Testament gibt uns eine Information
welche Menschen möchte er doch schon
bedenken.
Freundliche Gedanken kreisen um ihn,
auch schlechte Rede hört man ziehn-
im Verborgenen.
Wer ist schon ehrlich und sagt,
was er denkt, auch wenn`s keiner mag-
voller Mut.
Am Grab herrscht stille Betroffenheit,
eine große traurige Einigkeit-
und Stille.
Nur ein Vogel zwitschert entfernt,
das glückliche Wesen hat nicht gelernt-
was Tod bedeutet.
Alle fragen sich, wie geht es weiter,
der Tote war meist froh und heiter-
aber ohne ihn?
Wen hat er im Testament bedacht,
wem hat er Haus und Hof vermacht-
Erwartung.
Der Notarstermin rückt heran,
alle Betroffenen sind sehr gespannt-
es lohnt sich.
Der Notar schaut in die Runde,
seinem Mund entfließt die Kunde,
Haupterbe: Tierschutzverein.
Große Empörung macht sich breit,
Anstand, Ehre- einerlei,
Aufstand.
Wie kann das rechtens sein,
der Pflichtanteil ist doch mein-
Betrug.
Einspruch einlegen, das muss doch gehen,
da geht noch was, ihr werdet sehen-
Testament anfechten.
Rechtslage abklären, Gesetze sichten,
kann Jahre währen, doch mitnichten-
will ich Geld.
Nach fünf Jahren stellt sich heraus,
des Toten Geld und auch sein Haus
bekommt der Tierschutzverein.
Der Verstorbene wußte und kannte,
seine Familie und benannte
daher einen fremden Erben.
Alle Formalitäten wurden vollzogen,
die Familie fühlt sich betrogen-
ohne Grund.
Es war des Toten selbst verdiente Habe,
an der er sich selber labe-
oder sie verschenke.
Was er mit seinem Geld tut oder lasse,
ist seine Entscheidung und dafür hasse-
ihn niemand.

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