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Gedicht Nachdenkliches Ein kalter Wind

Ein kalter Wind

Eingereicht von Davor S. aus W.

Du stehst vor mir
in Deinem Gesichtsausdruck Enttäuschung und Schmerz
mein Schamgefühl zerfrisst mich innerlich,
immer wieder frage ich mich
wieso musste es Geschehen ?

weshalb musste ich mich an diesem Abend meinen Gefühlen ergeben

Sie stand unmittelbar vor mir,
all die Leute um uns herum waren schnell in Vergessenheit geraten
ihr blondes, samtweiches Haar erweckte in mir das sinnliche Bild einer Sommerwiese,
der tiefe Blick in Ihre blauen Augen verkörperten die Freiheit eines Ozeans,
die Wellen und das Meeresrauschen verbannten mich in eine unbeschreibliche verbotene und dennoch provokante Phantasie
ja, ich konnte sie spüren, ganz nah

dieses rote hauchdünne Kleid an Ihr offenbarte Sünde,
Sünde, für die ich bereit war, das Unerlaubte zu durchleben

Ihre samtweichen Lippen erinnerten mich an Blütenhonig,
ich spürte ihren aufregenden Atem,
ihre Hände glitten durch meine Haare,
mein Herz raste, das Blut durchströmte meinen liebeshungrigen Körper

Ich bekam das Gefühl wiedergeboren zu sein, meine Seele begann zu leben, zu leben und sich zu erfreuen

doch dann kamst Du,
den wohnungsschlüssel in der hand,
dein Blick eines erstarrten, geschändeten alten Mannes,
dein Gesichstausdruck vergewaltigt, ohnmächtig,
ein Bild eines vereinsamten Mädchens

Leere erfüllt den Raum, deine Träne in Blut getränkt,
meine Verachtung vor mir selber,
ich bin verzweifelt,
wieso frage ich mich nur,
wieso konnte ein Männerherz seinen Verstand in Alkohol ertränken ?

Ich ziehe mich an,
schlendere an Dir vorbei,
ich berühre Deine Hand,
ja, Deine kalte, hasserfüllte Hand,
die so feinfühlig, warm und sanft sein konnte

ich habe Dich verletzt, Deinen lebensfreudigen Körper zu einer Todesstarre geformt,
ich weiss das ich Dich nie wiedersehen werde,
ein Abschied ohne Worte

Langsam schlendere ich durch die verregneten Gassen,
ein kalter Wind berührt meinen Körper,
ich lebe noch,
doch kann man das als Leben bezeichnen?

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