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Gedicht Anlässe Eine Hochzeit

Eine Hochzeit

Eingereicht von Anne G. aus N.

Hochzeit ist eins der schönsten Feste,
alle sind gekleidet auf`s Beste,
haben gute Laune.
Die Kinder toben auf dem Kirchhof und laufen
hin und her, zwei Bengels raufen
und weinen.
Der Bräutigam steht im Kirchenschiff,
gibt seiner Krawatte den letzten Schliff.
Er ist aufgeregt.
Die Braut erscheint in weißem Kleid
und ist zur allgemeinen Freud`-
hochschwanger.
Der Pfarrer im feierlichen Gewand
schüttelt allen loyal die Hand
und geht schon mal vor.
Braut und Brautvater bleiben zurück,
der Rest der Meute nimmt voller Glück
innen Platz.
Die Orgel braust mit vollem Schwung
den Hochzeitsmarsch und alt und jung
sind gerührt.
Voller Stolz und großer Freude
betritt die Braut mit weißem Kleide
die Kirche.
Der Vater geleitet sie den Gang hinunter,
die Damen wischen sich gerührt und munter
die Tränen ab.
Ein Baby schreit aus voller Lunge,
die Mutter denkt, es hat wohl Hunger
und stillt es.
Einem Neffen fällt das Messbuch auf den Boden,
vorbei an das Onkels Hose aus Loden
krabbelt er und hebt es auf.
Die Tante schluchzt ins Taschentuch,
die Brautmutter seufzt und sucht
ihr Gebetbuch.
Vorne läuft das Eheversprechen,
alle Beteiligten sind froh und lächeln-
ein schönes Paar.
Die Ringe werden angezogen,
der Bräutigam neigt sich wohlerzogen
über die Braut.
Just als er sie küssen will,
verzieht sie das Gesicht und still
klappt sie vornüber.
Keiner weiß, was da vor sich geht,
warum die Braut nicht gerade steht.
Die Wehen setzen ein.
Frisch verheiratet wird der Notruf gewählt
und anschließend die Minuten gezählt.
Der Notarzt kommt.
Mit lautem Sirenengeheul und Blaulicht
fahren die Frischvermählten nicht
in die Flitterwochen.
16 Stunden später durchgeschwitzt
ist das Brautpaar dann zu dritt.
Glücklich.

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